Aschersleber Traditionsunternehmen gesichert: Bilfinger MCE Aschersleben ist nun MCE Aschersleben

Nach Jahren der Unsicherheit kommt nun Ruhe rein in das ehemalige Unternehmen Bilfinger MCE Aschersleben. Der langjährige Geschäftsführer Matthias Schröder hat sich mit Bilfinger einigen können und das Traditionsunternehmen, früher allgemein bekannt als „Rohrleitungs- und Behälterbau Aschersleben“ und als erste Adresse im Apparatebau für konventionelle Großkraftwerke, im Rahmen eines MBO (Management Buy Out) übernommen. Die 120-jährige Firmengeschichte geht somit weiter. Rund 70 Arbeitsplätze konnten gesichert werden.

Im Zuge der Energiewende sind die Vertriebsaktivitäten in den letzten Jahren vorrangig auf die Felder Prozessindustrien und Bau ausgerichtet und stark diversifiziert worden. Es gibt nunmehr die zwei Produktsegmente: Behälter & Apparatebau sowie Konstruktionsstahlrohre, die in den drei Industriebereichen Energie, Prozessindustrien sowie Infrastruktur vermarktet werden. MCE Aschersleben folgt damit insbesondere seinen Kunden im Großanlagenbau und partizipiert an weltweiten Konjunkturentwicklungen.

Der Hafenbau hat als weiterer neuer Sektor in den letzten Jahren einen Anteil von über 30 Prozent gewonnen. Hinzu kommen die Bereiche Stahl + Eisen, Nichteisenmetallurgie sowie Öl, Gas, Chemie und Umwelttechnik. Damit hat das internationale Geschäft mittlerweile einen Anteil von über 80 Prozent. Nahezu die Hälfte der Produktion aus Aschersleben geht inzwischen an den Persischen Golf und nach Nordafrika. Dreiviertel der Leistung resultierten aus Neukundengeschäft. Diese Veränderungen stellen auch erhöhte Anforderungen an die Mitarbeiterentwicklung. Neben Trainings zu Claims- und Changemanagement, Anlagentechnik, Auslegung und Tools wurden auch Fremdsprachenkompetenzen verstärkt entwickelt.

Geplant ist die weitere Entwicklung des Unternehmens. Nächstes Ziel ist die intensivere Vermarktung eigener Produktkompetenz wie z.B. von Kühlwassersystemen, Schalldämpfern für verschiedene Anwendungen in der Energieerzeugung und den Prozessindustrien sowie pneumatischen Injektionsanlagen für die Elektrostahlerzeugung. Durch die Diversifizierung in Industrien, Produkten und weltweite Marktregionen ist MCE Aschersleben stabil aufgestellt, um auch in Zukunft ein profitables Wachstum nachhaltig sicherzustellen.

Ausdrücklich bedankte sich Matthias Schröder bei seinen fachlich bestens ausgebildeten Mitarbeitern und lobte deren „stoische Gelassenheit“ in den unruhigen Zeiten. Sein Dank galt auch der Verwaltung der Stadt Aschersleben – konkret Oberbürgermeister Andreas Michelmann sowie Wirtschaftsförderer Matthias May. „Politisch war die Wirtschaftsförderung die erste Anlaufstelle für Kontakte zu Banken und Wettbewerber“, so Schröder. Doch nicht nur die Stadt war wichtiger Partner und Wegbegleiter auf dem Weg zur Eigenständigkeit, auch Banken, Politik, IG Metall und der Betriebsrat zogen an einem Strang, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Diese sieht Matthias Schröder positiv, denn: „Wir machen Dinge, die auch in Jahrzehnten noch gefragt sind.“

Aschersleben, 24. März 2017