Internationale Künstler beziehen im Juni in Aschersleben die Ateliers

Das Internationale Sommeratelier geht in die dritte Runde / Atelierprogramm beginnt am 21. Juni 2017

Leicht war es nicht für die Jury bestehend aus Elke Hannemann (Galerie Eigen + Art), Frau Dr. Annegret Laabs (Direktorin des Kunstmuseums „Kloster unser lieben Frauen“ Magdeburg), Peter Heister (Vorsitzender Wirtschaftsclub Aschersleben) und Jörg Blencke (Leiter Bestehornpark) die vier Teilnehmer des diesjährigen Internationalen Sommerateliers Aschersleben auszuwählen. 15 Bewerbungen lagen vor ihnen – von Künstlern aus Deutschland, aus Europa und der Welt wie den Niederlanden, Italien, Australien, Rumänien oder der Ukraine. Nach intensiven Beratungen können sich nun diese vier Stipendiaten über die Zusage freuen und werden ab Ende Juni  für drei Monate in Aschersleben leben und arbeiten: Christina Baumann (Deutschland), Iulian Bisericaru (Rumänien), Lada Nakonechna (Ukraine) und Annemarie Vink (Niederlande).

Das von der Stadt Aschersleben initiierte Internationale Sommeratelier umfasst für jeden der Künstler neben einem Atelier auch einen Wohnraum inklusive Möblierung, Strom, Wasser, Heizung und Internetanschluss. Die Räume werden vom 21. Juni bis Mitte September zur Verfügung gestellt. Am Ende des dreimonatigen Programmes erfolgt abschließend eine öffentliche Präsentation der Arbeitsergebnisse durch die Künstlerinnen und Künstler - voraussichtlich vom 26. August bis 10. September 2017 in dem an die Ateliers angrenzenden Ausstellungsraum. So kann die Ausstellung auch zur Langen Nacht der Kultur sowie dem Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.

Geplant ist zudem ein Tag des offenen Ateliers. Die Öffentlichkeit hat dann die Möglichkeit, die Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers zu besuchen und mit ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen. In den vergangenen Jahren nutzten jeweils mehr als 70 Gäste diese Gelegenheit. Das konkrete Datum wird noch mit den Künstlern abgestimmt und über Presse und Rundfunk rechtzeitig bekannt gegeben.

Die vier Atelierräume, in denen die Künstler nun arbeiten, konnten Ende 2014 im sogenannten Riegelbau des Bestehornparks fertiggestellt werden. Während der Schulzeit nutzen die Schüler der Kreativwerkstatt die Räume, in den Sommerferien sind es die Werkstätten internationaler Künstler. Unterkunft und Arbeitsmaterialien werden den Künstlern gestellt dank Hilfe zahlreicher Sponsoren:  Wirtschaftsclub Aschersleben e.V., Herr Gerd Harry Lybke und Frau Kerstin Wahala, Herr Mike Schubert, Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH, Stadt Aschersleben.


Die Biografien der teilnehmenden KünstlerInnen
   
Christina Baumann,
geboren 1982 in Witzenhausen bei Kassel und heute in Leipzig wohnhaft. Christina Baumann hat zwischen 2006 und 2011 das Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Rocco Pagel, Monika Brandmeier, Elke Hopfe und Peter Bömmels absolviert. Sie war 2011 bis 2013 Meisterschülerin bei Peter Bömmels und ist zudem seit 2011 als freischaffende Künstlerin tätig. 
In den vergangenen Jahren hat die Malerin an verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen partizipiert – darunter Dresden, Halle, Wien und Hamburg. Sie reizt am Sommeratelier „in einer neuen und interessanten Umgebung meine Arbeit zu vertiefen, und mich der Frage der Figuration im Bild, welche in den letzten Wochen in meiner Atelierarbeit wieder aufgetaucht ist, zu widmen. Kurzum: Gibt es wieder die Möglichkeit einer Figur oder figurativen Idee in meinen Bildräumen?“

Iulian Bisericaru,
geboren 1987 in Rumänien, in Sibiu wohnhaft. Er machte seinen Abschluss im Fachbereich Malerei an der Universität für Kunst und Design Cluj-Napoca in Rumänien, wo er derzeit Doktorand ist. Seine Einzelausstellungen waren bereits in Wien und in verschiedenen Städten in Rumänien zu sehen, Gruppenausstellung zeigten seine Werke auch in Russland, Deutschland, Wien.
In letzter Zeit hat sich seine Faszination für die sichtbaren Spuren der jüngsten Geschichte und die postkommunistische Stadtlandschaft auf den Bereich der Stadtplanung und insbesondere auf die organische Architektur verlagert. Aschersleben als Ort des Stipendiums spricht ihn daher im Besonderen an: „Ein Ort mit fünf architektonischen Stilen, die verschiedenen historischen Perioden entsprechen, ist interessant für mein Studium der westlichen Architektur, vor allem was sich in den 1960er und 1970er Jahren entwickelt hat“.

Lada Nakonechna,
geboren 1981 in Dnepropetrovsk, Ukraine und heute wohnhaft in Kiew. Sie studierte an der Nationalen Akademie für bildende Kunst und Architektur in der Ukraine (MA). Lada Nakonechna ist eine ukrainische Künstlerin, die den Begriff der Zeit und die Wahrnehmung des Raumes durch verschiedene Medien (Zeichnung, Aktionen im öffentlichen Raum, Film, Installation, Aufführung usw.) erforscht. Sie ist Preisträgerin des Kazimir Malevich Artist Award (2014), des PinchukArtCentre Special Prize (2013) und des dritten ukrainischen Wettbewerbes für junge Kuratoren und Künstler (Zentrum für zeitgenössische Kunst bei NaUKMA, 2003). In Gruppen- wie Einzelausstellungen wurden ihre Werke und Installationen bereits in zahlreichen Ländern gezeigt – darunter in Frankreich, Polen, Deutschland, der Schweiz und Norwegen.

Annemarie Vink,
lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande. Annemarie Vink beginnt ihre künstlerische Ausbildung zwischen 1979 und 1984 an der Kunst Akademie Kampen. Von 1985 bis 1987 folgt eine keramische Ausbildung in Bolsward, in Kooperation mit „Koninklijke Tichelaar Makkum“ – einer Keramikfabrik in den Niederlanden.  Anfang der 90iger Jahre besucht sie die Kunsthochschule Constantijn Huygens in Kampen. Durch die Malerei dokumentiert Annemarie Vink den Alltag - auf großformatige Leinwände oder auf Papier. Momente aus ihrer Umgebung sind das Thema fast aller ihrer Gemälde. Kleine Details, die das Auge einfängt, wie Blumen auf einem Armaturenbrett oder ein kleiner Kragen mit glänzenden Knöpfen. Annemarie Vink hat bereits zahlreiche Ausstellungen realisiert, außerdem unterrichtet sie an verschiedenen Schulen und Einrichtungen im Bereich Kunst. Im vergangenen Jahr besuchte die Malerin im Rahmen des Leipziger International Art Program (LIA) bereits Aschersleben und das Sommeratelier. Von ihrer Teilnahme erhofft sie sich, dass „in dieser schönen Stadt neue Einflüsse, neue Bilder um mich herum neue Entscheidungen für eine großformatige Serie an Malereien von Öl auf Papier verursachen. Das Ziel ist, mich selbst zu überraschen, indem ich neue Schritte gehe.“

Aschersleben, 30. März 2017