Bahnhofstoilette: Behinderten-WC ab sofort nur noch mit Euro-Schlüssel zugänglich
Die Stadt Aschersleben hat den Zugang zur öffentlichen Toilette am Bahnhof neu geregelt. Ab sofort ist innerhalb der Anlage das Behinderten-WC ausschließlich mit einem Euro-Schlüssel nutzbar. Mit dieser Maßnahme stellt die Stadt sicher, dass Menschen mit Behinderungen die Toilette weiterhin zuverlässig und in einem sauberen sowie funktionsfähigen Zustand nutzen können.
Die übrigen Toiletten sind weiterhin uneingeschränkt nutzbar.
Der Euro-Schlüssel ist ein europaweit einheitliches Schließsystem für barrierefreie Toiletten und andere behindertengerechte Einrichtungen. Anspruch auf einen Euro-Schlüssel haben unter anderem Menschen mit bestimmten Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Der Schlüssel ermöglicht den Zugang zu tausenden barrierefreien Toiletten in Deutschland und vielen weiteren europäischen Ländern. Den Euroschlüssel bekommt man direkt beim Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e. V. (CBF).
Auf jeden Fall bekommen Menschen mit Behinderung einen Euroschlüssel, wenn sie im Schwerbehindertenausweis folgende Eintragungen haben:
- Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 70 und das Merkzeichen G
oder
- eines der Merkzeichen aG, B, H oder Bl
Außerdem können folgende Menschen den Euroschlüssel beantragen, unabhängig vom Grad der Behinderung:
• schwer/ außergewöhnlich Gehbehinderte;
• Rollstuhlfahrer;
• Stomaträger;
• blinde Menschen;
• schwerbehinderte Menschen, die hilfsbedürftig sind und gegebenenfalls eine Hilfsperson brauchen;
• an Multipler Sklerose Erkrankte
• an Morbus Crohn Erkrankte
• an Colitis ulcerosa Erkrankte und
• Menschen mit chronischer Blasen- /Darmerkrankung
Betroffene ohne Schwerbehindertenausweis können die Kopie eines Arztberichts oder eine ärztliche Bescheinigung beilegen.
Hintergrund der Entscheidung ist der wiederholte Vandalismus an der Bahnhofstoilette. In den vergangenen Monaten und Jahren kam es immer wieder zu mutwilligen Beschädigungen, Verschmutzungen und Sachbeschädigungen. Mitarbeitende des städtischen Bauwirtschaftshofes mussten die Anlage regelmäßig reparieren. Zeitweise wurde das WC außer Betrieb genommen, da die Reparaturen umfangreich waren bzw. unmittelbar nach Wiedereröffnung erneuter Vandalismus auftrat. Die Reparaturkosten lagen bei größeren Schäden bei bis zu 15.000 Euro; jährlich allein für diese Toilette bei mindestens 5000 Euro. Die dadurch entstehenden Kosten trägt letztlich die Allgemeinheit. Mit der Zugangsbeschränkung reagiert die Stadt auf diese Entwicklung und schützt die öffentliche Einrichtung vor weiterem Missbrauch.
Die Stadt Aschersleben bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für diese Entscheidung. Ziel ist es, die barrierefreie Toilette dauerhaft in einem gepflegten und funktionstüchtigen Zustand zu erhalten und den Menschen, die unmittelbar auf sie angewiesen sind, jederzeit einen verlässlichen Zugang zu ermöglichen.