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Fast 1000 neue Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Güstener Straße

In diesem Jahr beginnt die Stadt Aschersleben damit, das Gewerbegebiet in der Güstener Straße zum 4. Mal zu erweitern.

Grund für die städtische Wirtschaftsförderung Bilanz zu ziehen und die immer wieder gestellte Frage zu beantworten, lohnt sich der Aufwand überhaupt – sind doch die Investitionskosten für die Erschließung von Gewerbeflächen am Stadtrand trotz Fördermitteln relativ hoch.

„Es lohnt“, davon ist der langjährige Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung Thorsten Ducke überzeugt und rechnet vor, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer die Ausgaben für Grundstückskäufe und Erschließung weitaus übersteigen. Einzig im Jahr 1995, dem Jahr des ersten Spatenstichs, standen den Ausgaben von knapp 4 Mio. Euro nur Einnahmen von nicht einmal 1 Mio. Euro gegenüber. Das änderte sich in den Folgejahren deutlich. Der Durchbruch bei den Gewerbesteuern gelang im Jahr 2002. Mit einem Paukenschlag sprangen die Einnahmen von 2,5 Mio. Euro auf ihren bislang höchsten Stand von fast 12 Mio. Euro. Seitdem schwankte die „launische Diva“, wie die Gewerbesteuer gern genannt wird, zwischen fast 10 Mio. Euro im Jahr 2004 und nur etwa 2 Mio. Euro in 2010.

„Rein fiskalisch gesehen, lohnen sich diese Investitionen überhaupt nicht“, ist Oberbürgermeister Andreas Michelmann trotz der positiven Zahlen ehrlich. „Strukturpolitisch wäre es aber das Ende für den Standort Deutschland, wenn die Kommunen nicht in Gewerbegebiete investierten“, setzt er nach. Hintergrund sind die sinkenden Schlüsselzuweisungen des Landes und die steigende Umlage des Landkreises, welche beide direkt an die die Steuereinnahmen gekoppelt sind. „Wenn wir diese Zahlen gegeneinander aufrechnen, dann rutschen wir ins Minus und man müsste sich fragen, was machen wir hier eigentlich gerade?“ so das Stadtoberhaupt.

„Wir schaffen Arbeitsplätze“, lautet selbstbewusst seine Antwort. Aschersleben hat zwischen 1990 und 1995 8.500 Industriearbeitsplätze verloren, so viel wie kaum eine andere Stadt ihrer Größenordnung. „Für die Menschen aus Aschersleben ist es existenziell wichtig, dass wir in das Gewerbegebiet investieren“, sagt Thorsten Ducke. Bis zum Jahr 2011 sind auf diesem Weg wieder fast 2000 Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe entstanden. Allein 968 entfallen auf die 53 Unternehmen an der Güstener Straße. Über 500 Menschen arbeiten wieder im Industriegebiet Junkersfeld, wo unter anderem die Schiess GmbH, ein traditionelles Maschinenbauunternehmen,  ihren Sitz hat. 

Bei einer immer noch vergleichsweise hohen Arbeitslosenquote in Aschersleben von 16 Prozent (Stand: Dezember 2011), im Salzlandkreis liegt sie im Durchschnitt bei 12,4 Prozent, sind weitere Investitionen in qualifizierte Arbeitsplätze dringend notwendig. Dafür will die Stadt Aschersleben in diesem und im nächsten Jahr die Voraussetzungen schaffen. Der Bau der 4. Erweiterung des Gewerbegebietes „Güstener Straße“ mit einer Netto-Fläche (reine Nutzfläche) von ca. 27 Hektar startet noch in diesem Jahr. Ende 2013 sollen die Flächen, welche bis an die Bundesstraße 6n heranreichen, zur Verfügung stehen.

Die 3. Erweiterung ist mit den beiden Neuansiedlungen Petraluxe und H + E Logistik sowie den geplanten Erweiterungen der Bestandsunternehmen zu 100 Prozent ausgelastet, erklärt Thorsten Ducke. Für 50 Prozent der zukünftigen Flächen gibt es bereits Absichtserklärungen von Investoren.

Aschersleben will damit den Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Standort weiter ausbauen. Dieser liegt schon jetzt mit 22 Prozent über dem Durchschnitt in Sachsen-Anhalt. Auch die Exportquote rangiert mit 40 Prozent bei den Aschersleber Unternehmen über dem Durchschnitt Mitteldeutschlands, wo der Export ca. 30 Prozent ausmacht.
 
Mehr Infos unter: www.aschersleben.de/cms/arbeiten/

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