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Maßnahmen gegen Vernässung geplant: Stadt setzt auf Unterstützung aus dem Hilfsfonds des Landes

OB erwartet Übernahme der Verantwortung durch das Land und die LMBV für die Probleme im Seeland und die Altlasten der Kali-Halde am Friedhof

Nachdem das Land Sachsen-Anhalt einen mit 30-Millionen-Euro ausgestatteten Fonds zur Beseitigung von Vernässungs- und Erosionsschäden aufgelegt hat, werden in der Stadt Aschersleben zurzeit die entsprechenden Fördermittelanträge vorbereitet. Der Schwerpunkt liegt auf den Gebieten, die im September 2011 besonders stark vom Unwetter betroffen waren: die Ortschaften Schackenthal und Freckleben, die Wohngebiete „An der Lehmkuhle“ und „Am Quellgrund“ sowie der Graben an der  Kleingartensparte „Goldene Aue“.
Des Weiteren will die Stadt Anträge für jene Stadtgebiete stellen, die seit Jahren mit hohen Grundwasserspiegeln zu kämpfen haben. Das betrifft die Otto-Sander-Straße und die Dammköhler Straße sowie Grundstücke in der Engelsstraße.

Gegenstand der Landesförderung sind Planungen und Konzepte, sie werden mit 80 Prozent gefördert, sowie Investitionen. Dort liegt die  Förderung bei 65 Prozent. 

In einem Bericht weist das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt ausdrücklich darauf hin, dass sich gemäß geltendem Wasserrecht des Landes Sachsen-Anhalt weder für das Land noch für die Landkreise oder die Kommunen Rechtsverpflichtungen zur Vermeidung von Vernässungen ergeben. Es gebe keine Rechtsverpflichtung, den Grundwasserspiegel in einem bestimmten Gebiet abzusenken oder auf einem bestimmten Niveau zu halten. So seien alle Maßnahmen an Gewässern 2. Ordnung, Gewässer für die die Kommunen zuständig sind, freiwillige Maßnahmen und von den finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Kommune abhängig.

Dementsprechend hat sich die Stadt Aschersleben bereit erklärt, dringliche Maßnahmen durchzuführen, soweit dies durch Fördermittel des Landes oder der Europäischen Union unterstützt wird und soweit der Eigenanteil durch den städtischen Haushalt finanziert werden kann.

Die geplanten Maßnahmen der Stadt Aschersleben unterteilen sich in fünf Kategorien: Unterhaltung vorhandener Grabensysteme, Wiederherstellung von Gräben, Neubau von Gräben, Straßenentwässerungen und sonstige Maßnahmen.

Mithilfe von Landesmitteln ist vorgesehen, das Grabensystem „Am Quellgrund“ zu reaktivieren, das Grabensystem „An der Lehmkuhle“ zu erweitern und an die Eine anzubinden sowie das Profil des Vorflutgrabens in der „Goldenen Aue“ zu vergrößern. Zwischen der Dammköhlerstraße/Otto-Sander-Straße und dem Hauptseegraben am Majoranweg soll mit Unterstützung des Landes eine Vorflut geschaffen werden, so dass das Wasser in den Hauptseegraben abfließen kann. Weiterhin sollen Gräben von der Engels- und der Hecklinger Straße in Richtung Rotationsplatz geführt und das Wasser  in eine Versickerungsmulde geleitet werden, um dieses Gebiet zu entwässern. In Schackenthal ist ein Fanggraben zum Schutz der Wohnbebauung am Buschweg geplant und in Freckleben die Ertüchtigung des Dorfteiches.

Finanzielle Unterstützung erhofft sich die Stadt Aschersleben darüber hinaus von der Europäischen Union. Entsprechende Fördermittelanträge zur Renaturierung von Gewässern werden derzeit von den zuständigen Unterhaltungsverbänden erarbeitet. Dies betrifft die Renaturierung des Flutgrabens entlang der Kreisstraße von Schackenthal bis Klein Schierstedt durch Rückbau von Grabenverrohrungen, die Schaffung einer Retentionsfläche vor Klein Schierstedt sowie die Renaturierung des Flutgrabens in der Ortslage Schackstedt.

Der Eigenbetrieb Abwasserentsorgung der Stadt Aschersleben hat in diesem Jahr vor, die Oberflächenentwässerung der Bahnsiedlung in Groß Schierstedt herzustellen und der Abwasserzweckverband Saale-Fuhne-Ziethe plant für die Oberflächenentwässerung der Neuen Reihe, des Marktrings und der  Speckgasse in Schackstedt einen Regenwasserkanal.

Für Gewässer 1. Ordnung ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz zuständig. Zu den geplanten Maßnahmen dieser Landeseinrichtung gehören die Sanierung des Mühlgraben-Wehrs in Groß Schierstedt sowie die Anbindung des Grabens an der Aue-Siedlung an die Wipper in Groß Schierstedt.

Parallel zu diesen geplanten Ausbaumaßnahmen hat die Unterhaltung der vorhandenen Gräben eine hohe Priorität. Hier will die Stadt mit den zuständigen Unterhaltungsverbänden Maßnahmen abstimmen, die sichern, dass Grabenprofile wiederhergestellt und nachfolgend beibehalten werden und dass Aushubmassen sowie Mähgut nicht an der Grabenoberkante abgelegt sondern beseitigt werden.

Noch gänzlich offen ist, wie es mit der alten Kali-Halde in der Dr.-Wilhelm-Feit-Straße sowie in Winningen, Wilsleben und dem nordwestlichen Stadt- und Gewerbegebiet der Kernstadt weitergeht, wo die Tagebaurestlöcher des Seelandes entscheidenden Einfluss auf den hohen Grundwasserspiegel haben. Die Lösung dieser Probleme liegt im Verantwortungsbereich des Landes und der Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). „Ich erwarte, dass die Verantwortlichen endlich Verantwortung übernehmen“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Michelmann.

 

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