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Zum zweiten Mal wurde der Bildungspreis der Stadt Aschersleben verliehen. Er würdigt herausragende Leistungen, besonderes Engagement oder ein innovatives Konzept im Bildungsbereich. In diesem Jahr erhält ihn die Ganztagsschule „Albert Schweitzer“. Die Ganztagsschule „Albert Schweitzer“ hat es in den vergangenen neun Jahren geschafft, ein hoch ambitioniertes Schulkonzept zur gelebten Realität werden zu lassen. Dank des Bildungsgangs „Produktives Lernen“ wurden jene Schüler, die in der Gefahr standen, die Schule abzubrechen, in die Lage versetzt, einen Abschluss zu erwerben. Dafür erhielt sie heute den Vor neun Jahren hat sich die Schule, auch gegen Widerstände, auf den Weg gemacht und hat sich ein Leitbild und ein Schulprogramm gegeben. „Ich, du, wir – gemeinsam: stark machen für das Leben“ – so lautet das Motto der Sekundarschule. Seitdem wird in den Schulräumen in der Güstener Straße vieles anders und einiges besser gemacht als anderswo. Schulleiterin Katrin Jelitte kommentierte einmal: „Ich muss nicht erst auf eine staatliche Richtlinie warten, wenn ich selbst von einer Sache überzeugt bin.“ Damit hat sie schon lange bevor das Thema Ganztagsschule in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, diese Schulform in Aschersleben etabliert. Was konkret macht das Team um Katrin Jelitte mit ihren Eltern anders? Die „Albert-Schweitzer-Schule“ ist eine gebundene Ganztagsschule und der Tagesablauf aller Schüler folgt zwischen 7.00 und 16.00 Uhr einem harmonischen Rhythmus. Unterricht, betreute Freizeit, Hausaufgabenzeiten und Arbeitsgemeinschaften wechseln sich ab. Das Ergebnis sind gute Strukturen und ein harmonischer Schulalltag. Die Lehrer bieten den Schülern eine differenzierte und gezielte Förderung an und sie bilden sich selbst auf diesem Gebiet regelmäßig weiter. Unterschiedliche Lehr- und Lernmethoden wie Wochenplanarbeit, Stationslernen, Projektarbeit und vieles mehr sind ständiger Bestandteil des Unterrichts. Ein gutes Schulklima mit vertrauensvollen Beziehungen fördert die Schule durch die gezielte Motivation ihrer Schüler, durch das konstruktive Lösen von Konflikten mit Hilfe von Streitschlichtern, durch AG`s , Sportgruppen und spannende Schulveranstaltungen, bei denen die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht, durch eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und durch ein attraktiv gestaltetes Freigelände und ein gemütliches Schülercafé. Die Schule fördert gezielt Mädchen und Jungen mit geistiger und körperlicher Behinderung. Seit dem Jahr 2005 gehört die integrative Beschulung zum Schulalltag. Zurzeit sind es 20 Kinder mit Behinderung, die die Schule besuchen. Die Kooperation mit der Lernbehinderten Schule ist selbstverständlich. Die Schule kooperiert außerdem mit den Grundschulen, um den Übergang von der einen Schulform zur anderen noch besser zu gestalten. Und sie kooperiert mit vielen weiteren Institutionen und Unternehmen der Stadt und der Region. Unter anderem mit dem Grünen Labor in Gatersleben, Radio hbw, mit der Krankenpflegeschule Aschersleben, dem VHS-Bildungswerk und dem „Albert-Schweitzer-Freundeskreis“. Die Qualität eines solchen Unterrichts hat sich herumgesprochen und der Einzugsbereich der Schule ist gewachsen – über die Landkreisgrenzen hinaus. Die Nachfrage ist inzwischen sogar höher als die Kapazität der Einrichtung. Insbesondere schwierige Schüler, die an anderen Schulen nicht weiter kommen, schaffen an der „Albert-Schweitzer-Schule“ einen Abschluss. Damit trägt die Schule dazu bei, die Schulabbrecherquote im gesamten Salzlandkreis zu senken. Im Schuljahr 2010/11 brach nicht ein Schüler vorzeitig ab und seit nunmehr vier Jahren hat kein Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Dieser Erfolg kann ganz konkret auf eine Säule des Schulprogramms zurückgeführt werden, nämlich den Bildungsgang „Produktives Lernen“. Er bietet Schülern der 8. und 9. Klasse die Möglichkeit, das im Unterricht theoretisch erworbene Wissen an drei Tagen der Woche praktisch anzuwenden. Dies fördert die Freude am Lernen, bringt Erfolgserlebnisse und hilft den Schülern außerdem, ihre praktischen Begabungen kennenzulernen. So wächst auch die Motivation, mit einem Schulabschluss schnell in die konkrete Berufsausbildung einzusteigen. Zurück |