Veranstaltungskalender

Internationales Sommeratelier 2018: Künstler beziehen im Juni die Ateliers

Das Internationale Sommeratelier geht in die vierte Runde / Atelierprogramm beginnt am 19. Juni 2018

Leicht war es nicht für die Jury bestehend aus Elke Hannemann (Galerie Eigen + Art), Frau Dr. Annegret Laabs (Direktorin des Kunstmuseums „Kloster unser lieben Frauen“ Magdeburg), Peter Heister (Vorsitzender Wirtschaftsclub Aschersleben) und Jörg Blencke (Leiter Bestehornpark) die vier Teilnehmer des diesjährigen Internationalen Sommerateliers Aschersleben auszuwählen. 10 Bewerbungen lagen vor ihnen – von Künstlern aus Deutschland, Europa und der Welt wie den Niederlanden, den USA, Japan oderFrankreich. Nach intensiven Beratungen können sich nun diese vier Stipendiaten über die Zusage freuen und werden vom 19. Juni bis 11. September 2018 für drei Monate in Aschersleben leben und arbeiten: Ati Maier (USA), Danny Wagner und Henrike Pilz (beide Deutschland) sowie Yoshiyuki Koinuma (Japan).

Das von der Stadt Aschersleben initiierte Internationale Sommeratelier umfasst für jeden der Künstler neben einem Atelier auch einen Wohnraum inklusive Möblierung, Strom, Wasser, Heizung und Internetanschluss. Am Ende des dreimonatigen Programmes erfolgt abschließend eine öffentliche Präsentation der Arbeitsergebnisse durch die Künstlerinnen und Künstler - voraussichtlich vom 24. August bis 9. September 2018 in dem an die Ateliers angrenzenden Ausstellungsraum.

Geplant ist zudem ein Tag des offenen Ateliers. Die Öffentlichkeit hat dann die Möglichkeit, die Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers zu besuchen und mit ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen. In den vergangenen Jahren nutzten jeweils mehr als 70 Gäste diese Gelegenheit. Das konkrete Datum wird noch mit den Künstlern abgestimmt und über Presse und Rundfunk rechtzeitig bekannt gegeben.

Die vier Atelierräume, in denen die Künstler nun arbeiten, konnten Ende 2014 im sogenannten Riegelbau des Bestehornparks fertiggestellt werden. Während der Schulzeit nutzen die Schüler der Kreativwerkstatt die Räume, in den Sommerferien sind es die Werkstätten internationaler Künstler. Unterkunft und Arbeitsmaterialien werden den Künstlern gestellt dank Hilfe zahlreicher Sponsoren:  Wirtschaftsclub Aschersleben e.V., Herr Gerd Harry Lybke und Frau Kerstin Wahala, Herr Mike Schubert, Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH, Stadt Aschersleben.


Die Biografien der teilnehmenden KünstlerInnen
   
Ati Maier,
ist eine multidisziplinäre Künstlerin. Ihre Tätigkeit umfasst das Zeichnen, Malen, die Fotografie, 3D-Videoanimation, Installation, Performance und Kurzfilme. Sie wurde 1962 in München geboren und studierte, lebte und arbeitete in Wien, Berlin und New York City. Maiers 3D-Videoanimation wurde in die Fokus Bienial in Lódz, Polen, aufgenommen und ihre Gemälde sind Teil der ständigen Sammlungen des Museums für Moderne Kunst (NYC) und des Museums der bildenden Künste Leipzig (Deutschland). Maiers Arbeiten wurden unter anderem in Ausstellungen in der Städtischen Galerie Wolfsburg (Deutschland) und "Remote Viewing" im Whitney Museum of American Art (NYC) und werden aktuell im New Mexico Museum of Art in Santa Fe, New Mexico, gezeigt. Sie lebt derzeit in Brooklyn, New York und Galisteo, New Mexico.

Yoshiyuki Koinuma,
wurde 1982 in Saitama, Japan geboren und lebt derzeit in den Niederlanden. Yoshiyuki Koinuma hat im Jahr 2005 die Musashino Art University abgeschlossen und seitdem zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien in Tokyo, Korea, aber auch in Europa realisiert. Außerdem studierte er zwei Jahre an der Reichsakademie für Bildende Künste in Amsterdam. Seine Werke umfassen die Techniken Malerei, Zeichnung, Collage und Keramik. Sein künstlerisches Schaffen wird durch Symbole von Buddhismus und Shintoismus beeinflusst, von exotischen Tieren, Figuren aus Geschichten und Computerspielen. Während seines Aufenthalts in Leipzig 2017 entschied er sich radikal für die Arbeit am Papier. Dieses Medium gibt ihm Freiheit im Ausdruck. Beim Malen fühlt er sich wie ein Fischer, das Papier ist ein großer Fluss oder voller Tiere.

Danny Wagner,
geboren 1975 in Wernigerode, beendete als Meisterschüler 2012 die Klasse für Raum und Installation bei Prof. Joachim Blank an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Bis 2013 übte er zudem eine Lehrtätigkeit an der Abend-Akademie HGB Leipzig (Kurse für Fotografie und Zeichnung) aus. Für die Zeit in Aschersleben hat er in einem bestimmten Zeitraum Screenshots auf dem
schnelllebigen Medium Twitter gesammelt, die das aktuelle Zeitgeschehen reflektieren. „Diese (rück)überführe ich in das langlebige Medium der Grafik/ Malerei/ Zeichnung/ Illustration. Die dabei entstehenden Blätter/ Bilder erinnern u.a. an enzyklopädische oder naturwissenschaftliche Illustrationen und Zeichnungen. Emojis, die in der social-media Kommunikation teilweise bestimmte Bedeutungen haben, führe ich zurück auf ihre Wurzeln in der Illustration und der Still-Leben-Malerei. Die Arbeit hat einen chronikhaften Charakter, da sie einen bestimmten Zeitraum überblickt. Die dabei benutzten Materialien sind Ölfarben und Zeichenstifte.“ Danny Wagner partizipierte bereits an Ausstellungen in Deutschland, Europa und Asien/Amerika.

Henrike Pilz,
1981 in Berlin geboren, lebt heute als freiberufliche Künstlerin in Leipzig, Deutschland. Im Jahr 2012 legte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden (HfBK) ihr Diplom in Bildende Kunst ab, gewann 2014 den Robert-Sterl-Preis der Sammelstiftungen Dresden, absolvierte von 2013 bis 2015
ein Postgraduiertenstipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Potsdam und ist Meisterschülerin für Bildende Kunst der HfBK Dresden seit 2015. Die Künstlerin beschreibt Ihr Schaffen wie folgt: „Die Materialien meiner Arbeiten variieren. Die Arbeitsweise variiert ebenfalls. So sollen verschiedene mentale Bereiche aktiv werden: intuitive, genauso wie kognitive Bereiche aber auch die Felder von Imagination und Inspiration.“ Sie interessieren Störbilder, Fehler, Zufälle und „wie wir nachgeordnet Sinn generieren. Mich interessieren Ordnungen und geschlossene Formen, die kein Resultat einer Idee sind. Meine künstlerische Arbeit bewegt sich häufig um Fragen zu den Themen: Prozess und System, Bewusstheit und Denken, Identität und Körper. Persönliche Momente sind dabei der Ausgangspunkt für eine Arbeit, dennoch geht es immer um eine gesellschaftliche Relevanz und um das Einbeziehen einer begrifflichen Arbeit. Ihre Arbeiten waren bereits in Ausstellungen in Deutschland, aber auch in den USA zu sehen.

Foto: Archiv/Stadt Aschersleben

Aschersleben, 5. April 2018