Baupreis: Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH erhält förmliche Anerkennung

Herberge zur Heimat – unter diesem Namen ist das Gebäude auf dem Graben 75 wohl den meisten Ascherslebern bekannt. Seit Mitte der 90iger Jahre stand das einstmals villenartige Wohnhaus leer und verfiel. Eintretende Nässe setzte vor allem den Holzbalkendecken zu und schädigte diese stark.

Im vergangenen Jahr nahm sich die Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH diesem durch die Jugendstilfassade geprägte Einzeldenkmal an und hauchte ihm neues Leben ein. Die Straßenfassade wurde anhand von historischen Fotos rekonstruiert und in ihrem ursprünglichen Erbauungszustand wiederhergestellt. Das umfasst insbesondere die Wiederherstellung aller Fensteröffnungen, den Einbau von Holzfenstern nach historischem Vorbild, die Wiederherstellung aller Gesimse, profilierter Bänder und Bekrönungen, der plastisch durchgeformten Ornamentplatten sowie der beiden Treppenhäuser und der Bekronungen des Attikagesimses.

Die äußere Gestalt des Gebäudes bleibt in seiner historischen Form erhalten. Lediglich der hofseitige Anbau mit den ehemaligen Sanitärräumen auf den Zwischengeschossebenen wurde abgerissen. Diese Maßnahme führt zu einer wesentlich besseren Belichtung der Hoffassade.

In der Vergangenheit erfuhr die hofseitige Fassade mehrfache Veränderungen durch uneinheitliche Fensteröffnungen. Im Zuge der Sanierung ist der Mittelteil der Außenwand mit großen Fensteröffnungen und großzügigen Balkonen komplett erneuert worden. Damit werden die Anforderungen der aktuellen Energiesparverordnung erfüllt. Die Fensteröffnungen der angrenzenden Fassaden sind wiederhergestellt worden.

Alle Bestandsfassaden des Innenhofes sowie die Giebelflächen und Dachebene erhielten eine Wärmedämmung. Straßenseitig erhielt die Außenwand im Dachgeschoss eine wärmedämmende Hintermauerung. 

Im Zuge des Innenausbaus blieben die wesentlichen Grundrissstrukturen wie Treppenhäuser und tragende Wände erhalten. Neu ist die Fortsetzung des rechten  Treppenhauses in den Kellerbereich, um von den anliegenden Wohnungen direkt in den Hof zu gelangen. Der Fokus im Innenausbau lag insbesondere auf der Aufarbeitung der historischen Innentüren. 

Insgesamt hat die AGW neun Wohnungen hergerichtet, die zwischen 31,5 und 105 Quadratmeter groß sind. Parkflächen für die Mieter sind auf einem Nachbargrundstück vorhanden. Die Sanierung der Grundstücksmauer zur Douglasstraße und eine großzügige Bepflanzung werten den Innenhof als „grüne“ Ruhezone auf. 

Im Juli 2019 konnte das Bauvorhaben nach 22 Monaten Bauzeit abgeschlossen werden. Die Nachfrage nach den Wohnungen war durchgehend groß. 

Die Preisjury lobt die fachgerechte Sanierung des villenartigen Baudenkmals mit äußerst qualitativem Jugendstildekor und spricht im Zuge dessen der Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH die Förmliche Anerkennung aus.

(c) Stadt Aschersleben/AGW

Aschersleben, 3. Januar 2020