Drohndorf: Untersuchungen der Tagebaulöcher beendet - Ergebnisbericht in Arbeit

Ende 2014 entstand auf einem Gartengrundstück im Bereich des nördlichen „Lindenberges“ und nahe der Bahnstrecke Güsten - Sangerhausen ein Tagesbruch. Als Tagesbruch bezeichnet man einen Bergschaden, der nach Verbrüchen im Untergrund bis an die Erdoberfläche durchbricht. Dort wird der Schaden oft durch Risse oder kraterähnliche Einsturztrichter sichtbar. Tagesbrüche treten in der Regel durch den Einsturz alter, nicht verfüllter Bergwerksstollen und -schächte auf und sind daher in Bergbauregionen besonders häufig.

In Drohndorf weisen Archivunterlagen und das Vorhandensein massiger Rogensteinbänke auf eine intensive und ungeordnete Bergbauphase in der Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Für die stillgelegte bergbauliche Anlage ist kein Rechtsnachfolger bekannt.

Die Erkundungsarbeiten der altbergmännischen Hohlräume im Untergrund am Lindenberg in Drohndorf, die im Jahr 2019 im Auftrag der Stadt Aschersleben begannen, sind nun abgeschlossen. Die Firma Grimm Geotestbohrtechnik und die Firma DMT Leipzig haben die Bohr- bzw. Scanarbeiten abgeschlossen. Weitere Erkundungsarbeiten unter dem angrenzenden Gelände der Deutschen Bahn sind noch nicht beendet.

Die endgültige Auswertung erfolgt derzeit ebenso wie die Erstellung des Abschlussberichtes. Die bisherigen Ergebnisse, des von der Stadt beauftragten Geologischen Ingenieurbüros Andreas Benthin, prognostizieren ein zu verfüllendes Hohlraumvolumen von maximal 4.000 Kubikmetern. Alle betroffenen Anwohner wurden im Rahmen eine Informationsveranstaltung im öffentlichen Teil der Ortschaftsratsitzung am 4. März 2020 zum aktuellen Stand der Dinge informiert.

Die Erkundungsarbeiten sowie die anschließende Verwahrung der bergmännischen Hohlräume wird durch die Europäische Union aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“ zu 80 Prozent und durch das Land Sachsen–Anhalt im Rahmen des Programmes „Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Bergbausanierungsmaßnahmen im Altbergbau ohne Rechtsnachfolger im Land Sachsen-Anhalt“ zu weiteren 20 Prozent voll finanziert. Da sich bereits bei der Durchführung der Erkundungsarbeiten Mehrkosten gegenüber dem Zuwendungsbescheid vom Mai 2018 in Höhe von 560.000 Euro ergeben haben, wurde eine Erhöhung der Bewilligung im Dezember 2019 beantragt. Im März 2020 wurden der Stadt die benötigten Fördermittel mit dem 1. Änderungsbescheid in Höhe von 2.444.022,00 Euro von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt bewilligt.

Die weiteren notwendigen Arbeitsschritte können damit umgehend in die Wege geleitet. Die Vergabe der Planungsleistungen für die Verwahrung der Hohlräume ist, nach entsprechender Vorbereitung und Ausschreibung, für die Mitte dieses Jahres geplant. Nach Erarbeitung der Planung zum Jahresende und Ausschreibung der eigentlichen Verwahrungsarbeiten über den Winter, soll Anfang 2021 mit der Verfüllung begonnen werden.

Aschersleben, 14. Mai 2020

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