Touristische Routen: Drei neue Broschüren laden zum Entdecken ein

Fußgängerleitsystem um Stele und Informationstafel auf der Alten Burg ergänzt

Im Bürgerbüro, in der Tourist-Info und in der Grafikstiftung Neo Rauch liegen sie seit wenigen Tagen zur Mitnahme bereit: Die neuen Broschüren zu den touristischen Routen in Aschersleben. Da jede Route ihren ganz eigenen Charme hat, war es Zeit, für jede eine eigene Broschüre zu erstellen. Damit sind die Informationen in den Heften gleichzeitig auch aktualisiert und zum Teil um weitere Informationen ergänzt worden. 500 Broschüren sind pro Route gedruckt worden und sind ab sofort zu den Öffnungszeiten in der jeweiligen Einrichtung erhältlich.

Bereits 2010 im Jahr der IBA und der 3. Landesgartenschau Sachsen-Anhalts erhielt Aschersleben ein touristisches Fußgängerleitsystem, das sich seither gut bewährt hat. Alle gekennzeichneten sehenswerten Elemente vom denkmalgeschützten Gebäude über den Stadtturm bis zum Park sind zusätzlich in den begleitenden Flyern ausführlich beschrieben: Stadtbefestigungsroute, Architekturroute, Route Gärten und Parks/Parkroute. Auch im Rahmen von Stadtführungen werden Elemente der jeweiligen Routen vorgestellt.

Hier die einzelnen Routen in der Kurzvorstellung:

Gärten und Parks - Parkroute
Auf 20 Seiten wird die Route vorgestellt, die die Gärten und Parks in Aschersleben miteinander verbindet. Schon vor über 150 Jahren war es den Ascherslebern wichtig, die Attraktivität der Stadt durch den sogenannten Promenadenring zu erhöhen und zu erhalten.

Wandelt man auf den schattigen Wegen des Promenadenrings um die Altstadt, liegt ein Erinnern an Vergangenes nahe. Auch der Stadtpark mit dem angrenzenden Rosarium bietet Besinnlichkeit und Ruhe. Das Herz der innerstädtischen Parks schlägt zweifelsfrei auf der Herrenbreite. Ihr gegenüber liegt der moderne Bestehornpark mit seiner beeindruckenden Architektur. Und entspannt man sich auf der modernen Eine-Terrasse, bleibt viel Freiraum für die Gedanken.

Die große historische Parkanlage „Auf der Alten Burg“ am Rande der Stadt wurde 2017 in das Leitsystem mit den drei touristischen Routen integriert. Neu installiert wurde die Informationstafel mit dem Übersichtsplan der Parkanlage „Auf der Alten Burg“ am Eingang zum Stephanspark in der Askanierstraße (siehe Bild) sowie der Parkanlagenplan auf der Stele am Parkplatz Zoo.

Die überregionale Bedeutung dieser Parkanlage wird mit der touristischen Wegweisung einmal mehr unterstrichen. Bereits 2016 wurde unter Federführung des Verschönerungsvereins Aschersleben e. V. die nahe gelegene Bestehornhöhe mit dem Bestehornstein wieder hergerichtet. Vorgesehen ist rund um die Westdorfer Warte die Gestaltung der Parkanlage „Auf der Alten Burg“ nach historischen Vorbildern wie auch Sanierungsarbeiten an der Warte selbst. Für die Aschersleber und ihre Gäste stehen somit auch vor den Toren der Stadt Informationen für die komplexe Erlebbarkeit der Parkanlagen auf den herrlichen Spazierwegen bereit.

Architekturroute
Besuchern der Stadt fallen häufig zuerst die vielen verschiedenen Architekturstile ins Auge. Gotik steht neben Renaissance, alt neben neu. Es ist die architektonische Vielfalt, die der Stadt ihr prägendes Erscheinungsbild gibt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die einzigartige Architektur von Dr. Hans Heckner. Der aus München stammende Stadtbaurat entfaltete zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen eigenen Baustil und durchdrang alle Bereiche der Stadt mit seiner Handschrift. Insbesondere das Wirken von Dr. Hans Heckner bewog die Architektenkammer des Landes dazu, Aschersleben neben Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau in das touristische Netzwerk „Architektouren“ aufzunehmen. Wertvolle Gebäude, die nach 1900 entstanden sind, weisen deshalb zusätzlich das Logo der „Architektouren“ auf.

Gut 100 Heckner-Bauten finden sich heute im Stadtgebiet. Beispielhaft sollen einige davon ebenso wie Bauten der Moderne zusätzlich auf den letzten der 28 Seiten dieses Architekturführers beschrieben werden.

Stadtbefestigungsroute
Im Jahr 1322 erteilte die Gräfin Elisabeth, Witwe Otto II., den Bürgern die Erlaubnis, eine Stadtbefestigung zu errichten. Die heutigen Anlagen stammen vorwiegend aus dem 15. Jahrhundert und können außer dem Rondell der Gotik zugeordnet werden. Die Stadt wurde auf einer Länge von etwa 2,2 km befestigt, davon sind heute noch 1,8 km erhalten. Von ehemals 51 Türmen und Schalen (zur Stadtseite hin offene Wehranlagen) sind noch 15 vorhanden.

Ursprünglich sicherten fünf Haupttore die Stadt, erhalten ist nur noch der Johannistorturm. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Stadtgräben verfüllt und eine Zierpromenade angelegt. So entstand ein Kleinod, das die Stadtväter seit nunmehr 150 Jahren hegen und pflegen. Zu Wilhelminischer Zeit wurden im Zuge der Volksbildung am Promenadenweg mehrere Schulen gebaut – mit ihren schönen Fassaden sind sie ein Blickfang für Spaziergänger.

Seit 1989 wurde die historische Stadtbefestigungsanlage Stück für Stück saniert. Aschersleben legt großen Wert auf die Erhaltung der Befestigungsanlage und ist stolz, seinen Besuchern heute eine der besterhaltenen Anlagen Deutschlands präsentieren zu können. Auf 12 Seiten präsentiert sich die Stadtbefestigungsroute und lädt zum Entdecken ein.

Aschersleben, 31. August 2017