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Stadt Aschersleben tritt der CHARTA Friedhofskultur bei

Oberbürgermeister Steffen Amme unterzeichnet im Beisein von Bauhof-Chef André Könnecke Beitrittsurkunde.

Die wichtigsten Institutionen und Verbände im deutschen Friedhofswesen haben mit der Unterzeichnung der CHARTA Friedhofskultur im März dieses Jahres bereits ein deutliches Zeichen für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Friedhöfe gesetzt: Das Manifest formuliert den Wert der Friedhofskultur für die Menschen und unsere Gesellschaft. Die CHARTA definiert zugleich ein gemeinsames Begriffsverständnis für den öffentlichen Diskurs zum Thema Friedhofskultur und zeigt den großen Facettenreichtum dieses Kulturguts auf. Oberbürgermeister Steffen Amme unterzeichnete heute im Beisein von André Könnecke, Leiter des Bauhofes in Aschersleben und verantwortlich für die Friedhöfe im Stadtgebiet, die Beitrittsurkunde.

„Jeder Mensch hat das Recht auf eine würdevolle Bestattung auf dem Friedhof und ein anerkennendes Gedenken.“ So lautet der erste Leitsatz der CHARTA Friedhofskultur, die die wichtigsten Institutionen und Verbände im deutschen Friedhofswesen gemeinsam erarbeitet haben. „Das Manifest verdeutlicht in elf Leitsätzen, worum es in unserer historisch gewachsenen Friedhofskultur geht: „um ein zu schützendes Kulturgut für alle Bürgerinnen und Bürger“, betont André Könnecke, „und deshalb freut es mich, dass die Stadt Aschersleben nun auch der CHARTA beigetreten ist“.

Das Manifest zeigt dabei nicht nur auf, wie wertvoll die Friedhofskultur für das Abschiednehmen und Erinnern jedes Einzelnen ist. Vielmehr geht es um das vielschichtige Spektrum der Friedhöfe, ob beispielsweise in kultureller, sozialer, historischer oder naturschützender Hinsicht. So sind die Friedhöfe unter anderem unsere größten Skulpturenparks, die Grünanlagen mit der höchsten Biodiversität oder die lebendigen, sich stets fortschreibenden Geschichtsbücher unserer Dörfer, unserer Städte, unseres Landes.     

„Mit unserem Beitritt zur CHARTA beziehen wir klar Haltung für den Kulturraum Friedhof“, ergänzt Oberbürgermeister Steffen Amme. „Dabei geht es nicht um das Mumifizieren der Friedhofskultur – im Gegenteil: Der Friedhof ist ein Ort der Lebenden, der sich an den Bedürfnissen der Menschen heute ausrichten und weiterentwickeln muss“, stellt André Könnecke klar. So bieten unsere Friedhöfe vor Ort immer mehr pflegeleichte oder pflegefreie Bestattungsangebote an. In den Fokus rückte André Könnecke, dass man sich auf den Friedhöfen auch für die nachhaltigste und „grünste“ Form der Beisetzung überhaupt entscheiden könne: eine biologische Erdbestattung mit naturnah gestalteten kleinen Gärten der Erinnerung, die die Biodiversität fördern und zum Klimaschutz beitragen. 

All dies unterstreicht auch die CHARTA, die sich damit an den Zielsetzungen des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO orientiert. Denn anders als beim materiellen Welterbe geht es beim Immateriellen Kulturerbe um lebendig gestaltete, kulturelle Ausdrucksformen. „Mit dem Beitritt zur CHARTA stellen wir uns mit unseren Friedhöfen auch ein Stückweit unter das Dach des Immateriellen Kulturerbes“, freut sich deshalb André Könnecke und ergänzt: „Darauf sind wir stolz“.

Die vom Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur initiierte CHARTA ist bisher in allen Teilen des Friedhofswesens auf große Zustimmung gestoßen. Die Gemeinschaftsinitiative aller wichtigen Friedhofsverbände und Institutionen wird als wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung der Friedhofskultur verstanden.