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Museumsschätze

In loser Folge zeigen wir an dieser Stelle einzigartige Objekte und Artefakte der Aschersleber Stadtgeschichte:


Bei Anruf Ramdohr

„Guten Tag, hier spricht die Firma Ramdohr.“ So oder so ähnlich hat es sich angehört, als das erste Telefon in Aschersleben in Betrieb ging. Dabei handelte es sich um einen elektroakustischen Fernsprecher, den der Brite Alexander Graham Bell 1877 entwickelt hatte. Im Jahr 1880 wurde das Telefon in den Geschäftsräumen des Getreidehandels Ramdohr installiert. Die Firma am Markt 23 – neben dem heutigen Museumsgebäude – war somit direkt mit dem Speicher am Güterbahnhof in der Oststraße 9 verbunden.

Das erste „Telephon“ der Stadt ging bereits 1915 in den Besitz des damals noch recht jungen Aschersleber Museums über. Der Firmengründer Gustav Adolf Ramdohr persönlich überließ dem Magistrat der Stadt Aschersleben den „Horch- und Sprech-Apparat“ mit der Bitte, diesen dem Museum „einzuverleiben“. Dies bezeugt ein Originalschreiben vom 2. November 1915 in dem G. A. Ramdohr die Übergabe des Telefons bestätigt.

Nach Ramdohrs Privatanschluss dauerte es noch einige Jahre bis zur Einrichtung des öffentlichen Fernsprechverkehrs. 1887 wurden in Aschersleben Fernsprechanschlüsse mit dem Postamt und untereinander verbunden. Im Sommer des gleichen Jahres waren 32 Anschlüsse hergestellt, darunter vor allem die wichtigsten Firmen der Stadt wie die Papierwarenfabriken H.C. Bestehorn und G. Gerson, die Seifenfabrik Kuntze, die Maschinenfabrik Billeter und Klunz, die Braunkohlengruben, die Kaliwerke und die Zeitung „Anzeiger“. Zwei Jahre später erhielt Aschersleben eine Telefonverbindung nach Berlin. Die Redaktion des „Anzeiger“ führte das erste Gespräch mit einer Berliner Zeitung. In den folgenden Jahren erhöhte sich die Zahl der Fernsprech-Einrichtungen weiter. Für 1900 sind bereits 168 Anschlüsse für die mehr als 27000 Einwohner der Stadt nachgewiesen.

Das älteste Telefon der Stadt kann in der stadtgeschichtlichen Ausstellung bestaunt werden.