Drohndorf: Wipperbrücke nicht mehr passierbar

Die Wipperbrücke ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt Aschersleben und schätzungsweise über 200 Jahre alt. Damit ist die Nutzungsdauer dieser Brücke lange überschritten. Dies lässt sich leider auch am schlechten Bauzustand erkennen. Im Jahr 2015 wurden erste verkehrliche Einschränkungen auf der Fahrbahn errichtet und die Überfahrbarkeit auf 3 Tonnen begrenzt. Die regelmäßigen Brückenprüfungen mussten seit den Jahr 2015 auf einen vierteljährlichen Rhythmus verkürzt werden.

Bei der letzten Kontrolle in der vorigen Woche wurden deutliche Veränderungen an den bekannten Schäden festgestellt.

Unter der Brücke sind an beiden Gewölben massive Ausbauchungen zu erkennen. An den Widerlagern und Fundamenten werden Steine der Wandung einzeln herausgedrückt. Die Pfeilervorlage unterstromseitig des Bauwerks hat sich stark gesetzt und da er teilweise mit dem Mittelpfeiler verzahnt ist, kam es oberhalb des Mittelpfeilers zu einem größeren, bis zu 40 Zentimeter tiefen Gesteinsausbruch. Im Gewölbe sind zusätzlich Längsrisse erkennbar.

Auf Grund der massiven Verschlechterung wurde ein Sondergutachten zur Bewertung der Schäden durch die Stadt beauftragt. Der Prüfer kommt zu dem Ergebnis, dass die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit des Bauwerkes nicht mehr gegeben sind und das Bauwerk unverzüglich für jeglichen Verkehr voll gesperrt werden muss. Die Sperrung wird bereits am heutigen Donnerstag, 28. Mai 2020, eingerichtet. Die erforderlichen Abstimmungen mit den Rettungsdiensten, der Abfallwirtschaft und den direkt betroffenen Anliegern laufen derzeit.

Möglichkeiten der Instandsetzung bestehen auf Grund des Alters der Brücke und der massiven Schädigungen nicht mehr. Die Stadt versucht seit 2015, Finanzmittel für den notwendigen Ersatzneubau im Haushalt einzustellen, leider war dies auf Grund der finanziellen Situation bisher nicht möglich. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss hat am 15. April 2020 eine Prioritätenliste von Maßnahmen des Hoch- und Tiefbauamtes einstimmig beschlossen für den Fall, dass die Stadt Aschersleben zusätzliche Haushaltsmittel vom Land Sachsen-Anhalt erhält. Auf dem 17. Rang dieser Liste steht der Neubau dieses Bauwerks.

Genrefoto: Kurt Michel/pixelio.de

Aschersleben, 28. Mai 2020