Kommunales Einzelhandelskonzept der Stadt Aschersleben

Stadtrat stimmt der Fortschreibung zu
Ein lebendiger Einzelhandel mit 228 Betrieben zeichnet die Stadt Aschersleben aus.  „Sie haben in der Vergangenheit vieles richtig gemacht. Machen Sie weiter so“, lobte Markus Epple, Geschäftsführer der Markt und Standort Beratungsgesellschaft mbH. Sein Unternehmen wurde durch die Stadt Aschersleben mit der Fortschreibung des „Kommunalen Einzelhandelskonzeptes der Stadt Aschersleben“ beauftragt, das Ende Februar zur Abstimmung im Stadtrat stand.

Die Erstellung des „Kommunalen Einzelhandelskonzeptes der Stadt Aschersleben“ im Jahr 2007 hat die positive innerstädtische Entwicklung in der Stadt Aschersleben wirkungsvoll unterstützt und ermöglicht, auch künftig Maßnahmen zur konzeptionellen als auch städtebaulichen Begegnung des Strukturwandels zu ergreifen. Im Zuge der Fortschreibung des Konzeptes erfolgten nun eine Aktualisierung des Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahr 2007 sowie eine Untersuchung zur Nahversorgung. Damit sind die  Entwicklungen im Einzelhandel schneller zu analysieren und zu bewerten sowie daraus gezielte Aktivitäten zur Stärkung der Innenstadt abzuleiten.

Aus dem umfangreichen Analyseteil des Konzeptes geht die positive Entwicklung der Stadt hervor. Beispielsweise ist Aschersleben zunehmend als wichtiger Versorgungs- und Handelsstandort für Menschen aus dem Bereich Hettstedt und Arnstein zu sehen. Aber auch aus anderen Regionen zieht die Stadt potentielle Kundschaft an. Dies stärkt weiter die mittelzentrale Funktion der Stadt in der Region. Des Weiteren ist die einzelhandelsrelevante Kaufkraft gestiegen, die Zufriedenheit der Einzelhändler mit der Erreichbarkeit der Parkplätze und der Parkplatzsituation. Die Passantenbefragung ergab unter anderen, dass von den Bürgern die Begriffe Wohnen, Einkaufen und Natur mit ihrer Stadt verbunden werden. Auch die Begriffe Kultur, Bildung und Freizeit verbringen haben einen hohen Stellenwert. Das Image der Stadt hat sich deutlich verbessert. Vor allem der Begriff „historisch“ ist positiv besetzt. Alle abgefragten Imagebegriffe konnten verbessert werden. Die zentrale Versorgungsfunktion wird nach wie vor durch die Innenstadt wahrgenommen.

Für Ascherslebener Unternehmer ist insbesondere die im Konzept enthaltene Marktanalyse des Wirtschaftsraumes Aschersleben interessant. Bezogen auf Sortimente gehen aus der Analyse konkrete Zahlen über die Entwicklung der Kaufkraft, der Kaufkraftabflüsse, Flächenentwicklungen, Einzugsgebiete und Konkurrenzstandorte hervor. Daraus ergeben sich Möglichkeit der gezielten Kundenwerbung und –bindung sowie von Marketingmaßnahmen anhand der Daten über Einzugsgebiete und Pendlerströme. Die Optimierung und Erweiterung von Sortimenten kann auf Grundlage dieser Zahlen erfolgen. Des Weiteren enthält das Konzept Fakten über die Beurteilungen der Kunden bezüglich Service, Sortimente und Preis-Leistungsverhältnis in den einzelnen Sortimenten. Daraus lassen sich Trends und Entwicklungen ableiten, die den Einzelhandel aktuell und in den kommenden Jahren beeinflussen werden.

Eine weitere Erkenntnis der Fortschreibung ist, dass die Stadt Ascherleben einen optimalen Ringschluss von Nahversorgern um den zentralen Versorgungsbereich Innenstadt geschaffen hat. Auch die wohnungsnahe Nahversorgung ist relativ gut ausgeprägt.

Nach einer regen Diskussion zur Beschlussfassung der Fortschreibung wurde im Stadtrat dem Konzept mehrheitlich zugestimmt. Damit verfügt die Stadt Aschersleben nun über ein fachlich fundiertes und aktualisiertes Instrumentarium, um bei der Steuerung von Einzelhandelsansiedlungen im Stadtgebiet den praktischen Anforderungen zu genügen. Hier stehen insbesondere die steigenden Anforderungen der Rechtsprechung an Begründungen in den Bebauungsplänen zur Debatte. Die aktualisierte Einzelhandelskonzeption enthält differenzierte Aussagen sowohl zur räumlichen Entwicklung als auch hinsichtlich der Entwicklung von unterschiedlichen Versorgungsfunktionen und Angebotsformen in der Vergangenheit, zur aktuellen Situation und zu den künftigen Entwicklungsmöglichkeiten in allen räumlichen Versorgungseinheiten des Stadtgebietes. Sie wird Grundlage für die weitere Lenkung der Einzelhandelsentwicklung in Aschersleben sein.

Die Schwerpunkte der Fortschreibung des „Kommunalen Einzelhandelskonzeptes der Stadt Aschersleben“ 2015 umfassen:

  • Aktualisierung der Verflechtungsgebiete
  • Objektive Ist-Analyse bezüglich Angebotsstruktur im Einzelhandel,
  • Dienstleistungen, Gastronomie, Hotellerie
  • Analyse Versorgungsstruktur
  • Vollversorgung nördliches Stadtgebiet – Analyse und Bewertung
  • Entwicklung des Einzelhandels seit 2006
  • Perspektiven und Entwicklungschancen der Innenstadt
  • Empfehlung zur Verkehrsführung Innenstadt
  • Zentralität Kernstadt – Beurteilung der Zentren
  • Repräsentative Befragung zur Attraktivität der Innenstadt
  • Beurteilung und Einschätzung Kaufland/leere Verkaufsflächen


Das Konzept steht auf der Homepage der Stadt Aschersleben zum Download bereit: www.aschersleben.de/cms/arbeiten/handel-handwerk-und-gewerbe/

Aschersleben, 26. Februar 2015