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Dorothee Mücksch erhält die Ehrenbürgerschaft der Stadt Aschersleben 2019

Verliehen wird die Ehrenbürgerschaft, die höchste Auszeichnung welche die Stadt vergeben kann, an Dorothee Mücksch, die mit ihrem unermüdlichem ehrenamtlichem Engagement die Stadt Aschersleben in außergewöhnlichem Maße geprägt hat.
 
Dorothee Mücksch kam am 25. Oktober 1937 als Dorothee Ines Elisabeth de Maizière in Nordhausen als älteste von vier Geschwistern zur Welt. Ihre Schulzeit verbrachte Sie in Berlin an einer Spezialschule mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung und legte dort 1954 das Abitur ab. Anschließend schloss Sie erfolgreich Ihr Theologie-Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin ab und absolvierte sodann Ihr Vikariat. In dieser Zeit verlobte Sie sich mit Christoph Mücksch, den Sie schließlich im Jahr 1960 heiratete. Aus dieser bis heute bestehenden, harmonischen Ehe gingen die 3 Kinder Peter, Andreas und Ulrike hervor.   

Am 15. Dezember 1968 wurde Dorothee Mücksch im Magdeburger Dom als erste verheiratete Frau als Pfarrerin in Quedlinburg ordiniert. Es folgten Pfarrstellen in Weddersleben und Sinsleben, bis Sie schließlich im Jahr 1976 die Position der Pfarrerin in der Gemeinde St. Stephani in Aschersleben antrat,

Einen besonders prägenden Eindruck hinterließen die Eheleute Mücksch bei den Bürgern dieser Stadt in der Wendezeit. In Zeiten des Aufruhrs und der Unsicherheit bildeten sie eine moralische Instanz und verströmten eine Besonnenheit, die sie zu einer Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger werden ließen, ungeachtet ihrer Konfession. Mit kühlem Kopf und klugen Gedanken half Sie zahlreichen Menschen durch die Wirrungen dieser Zeit.

1991 folgte die nächste Premiere. Als erste Frau wurde Frau Mücksch zur Pröbstin der Probstei Halberstadt-Quedlinburg berufen und übte diese Funktion bis 1997 aus. Als Pröbstin i. R. engagierte Sie sich weiter in vielfältiger Art und Weise ehrenamtlich und war von Juni 1999 bis Juni 2014 im Stadtrat der Stadt Aschersleben aktiv, dabei von Juli 1999 bis 2009 als Vorsitzende. 2007 wurde Sie in den Kreistag gewählt, dem Sie bis 2014 angehörte. Doch das ehrenamtliche Engagement beschränkte sich nicht nur auf die Kommunalpolitik. So war Frau Mücksch Mitbegründerin des Vereins „Förderkreis zur Restaurierung und Erhaltung der historischen Stadtbefestigungsanlange Aschersleben e.V.“, dem viele Jahre eine weitere Ehrenbürgerin der Stadt Aschersleben, Hildegard Ramdohr, vorstand.

Seit 1990 hat sich Frau Mücksch für die Gründung einer freien Schule mit reformpädagogischem Konzept eingesetzt. So war Sie 2003 Gründungsmitglied der Christlichen und heute der Evangelischen Grundschule „Philipp Melanchthon“ in Aschersleben, die im zurückliegenden Jahr ihr nunmehr schon 15-jährigens Bestehen feierte. Bis 2010 war sie die erste Vorsitzende des Schulvereins. Frau Mücksch setzte sich zudem dafür ein, dass die Schüler im Anschluss an die Grundschule weiterhin mit einem reformpädagogischen Konzept lernen konnten. So war sie seit 2006 für viele Jahre die Vorstandsvorsitzende des Vereins „Adam Olearius Schule e. V.“. An der „Adam Olearius Schule“ haben die Schülerinnen und Schüler heute nicht zuletzt wegen des engagierten Handelns von Frau Mücksch  die Möglichkeit ihr Abitur abzulegen.

Frau Mücksch war die Wegbegleiterin und hatte einen großen Anteil an der Etablierung dieser beiden Schulen in Aschersleben und leistete dafür nicht nur unzählige ehrenamtliche Stunden, sondern ging auch persönlich ein hohes, sogar finanzielles Risiko ein, als Sie als Bürgin für eine große Kreditsumme fungierte.

Belohnt wurde dieses außergewöhnliche Engagement bei der Gestaltung der Bildungslandschaft im Jahr 2013 mit dem Bildungspreis der Stadt Aschersleben. 2015 wurde Dorothee Mücksch für Ihr Lebenswerk als Salzlandfrau ausgezeichnet und erhielt schließlich am 11. August 2017 für ihr herausragendes Engagement für die Bildungs- und Kulturlandschaft in Aschersleben das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Oberbürgermeister Andreas Michelmann stellte anerkennend in seiner Laudatio fest: „Mit viel Ideenreichtum und Kraft engagiert sich Dorothee Mücksch für jedes einzelne Ihrer Projekte und verkörpert dabei mit Ihrer Nächstenliebe und Aufrichtigkeit die Ihr so wichtigen christlichen Werte. Liebe Frau Mücksch, Sie haben es nicht nur geschafft die Stadt entscheidend mitzugestalten, sondern auch das Leben zahlreicher Menschen.“

Aschersleben, 4. Januar 2019

(Foto: Stadt Aschersleben)