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Armin Junghanns erhält für die Sanierung des Pfarrhauses in Groß Schierstedt den Baupreis 2019

Um hervorragende und innovative Leistungen bei der Durchführung von Baumaßnahmen und bei der Gestaltung von Fassaden in Aschersleben anzuerkennen und zu fördern, lobt die Stadt Aschersleben jährlich den Baupreis aus. In diesem Jahr hat der Preisträger Armin Junghanns das historische Pfarrhaus in der Oberen Dorfstraße 63 in Groß Schierstedt mit viel Fingerspitzengefühl in die Moderne überführt.
 
Das Pfarrhaus begleitet die Historie Groß Schierstedts seit seiner Erbauung im Jahr 1912 und bildet zusammen mit der Kirche St. Nicolai ein ortsbildprägendes Ensemble. Pfarrer Begrich, damals Gemeindepfarrer in den Jahren 1909 bis 1919, erteilte dem bekannten Stadtbaumeister Dr. Hans Heckner, der in und um Aschersleben seine beeindruckenden architektonischen Spuren hinterließ, den Auftrag zum Bau des Hauses. Nach seiner Fertigstellung wurde das Haus für die kommenden 103 Jahre der Wohnsitz der zuständigen Pfarrer, ein Ort der Zusammenkunft für die Evangelischen Gemeindemitglieder und auch Treffpunkt für die wöchentliche Christenlehrstunde. Doch 103 Jahre der Nutzung sowie der Einfluss von „Mutter Natur“ hinterließen ihre Spuren.

Im Dezember 2016 setzte sich Armin Junghanns gegen Mitbewerber durch und war bereit, dem Gebäude wieder seinen alten Glanz zu verleihen. In enger Zusammenarbeit mit dem Restauratorenkollegium um Christoph Hänel erarbeitete man ein Sanierungskonzept, das den anspruchsvollen Vorgaben der Unteren Denkmalschutzbehörde entsprach und schließlich genehmigt wurde. Der Sanierung stand nun nichts mehr im Wege, so dass im März 2017 mit den Arbeiten begonnen wurde.

Zunächst legte man die äußeren Kellerwände trocken und installierte eine Drainage. Das Dach wurde mit typischen Biberschwanz-Ziegeln neu eingedeckt und die Fledermausgaube erneuert. So konnte der typische Dachkasten wiederhergestellt werden. Die Außenwände erhielten einen neuen Spritputz. Einheitliche Klappläden ersetzen nun die vormals eingebauten Rollläden. Alles Notwendige wurde im Pfarrhaus ersetzt bzw. erneuert: die Elektrik, Wasser- und Abwasserleitungen sowie das Heizsystem. Ein echtes Meisterwerk ist mit der aufwändigen Aufarbeitung der historischen Böden gelungen. Gleiches gilt für die Treppen samt Geländer, die in mühevoller Kleinarbeit zunächst abgeschliffen und anschließend neu lackiert wurden. Auch die historische  Bruchsteinmauer, die das Pfarrhaus umgibt, ist inzwischen komplett restauriert und zum Teil auch neu gebaut worden. Eine meisterhafte Leistung, denn das alte Mauerstück ist  optisch nicht von dem neuen zu unterscheiden. Generell ist festzustellen, dass während der gesamten Sanierungsphase, die übrigens lediglich 7 Monate betrug, sehr viel Wert auf hochwertige Materialien gelegt und diese fachgerecht verarbeitet wurden. Der Ressourcenverbrauch konnte auf ein Minimum beschränkt werden, da bereits vorhandenes Baumaterial zum Einsatz kam.

Ebenfalls komplett saniert wurde auch der Luthersaal, der in den Wintermonaten von der evangelischen Kirchengemeinde als Winterkirche genutzt wird und nebenher auch als Räumlichkeit für die Seniorenkreise genutzt wird. Pfarrerin Anne Bremer dankt Armin Junghanns sehr für die Sanierung, die sie als echten Segen empfindet. Denn neben vielen liebevollen Details aus der Vergangenheit, wurde auch die moderne Technik in die Sanierung eingebracht. So verfügt der Luthersaal nun über einen Breitbandanschluss und eine Fußbodenheizung.

Oberbürgermeister Andreas Michelmann  lobt in seiner Laudatio Armin Junghanns. „Tradition trifft auf Moderne. Bestehende Elemente, die eine über einhundertjährige Nutzung erlebten, wurden nicht einfach entfernt, sondern so aufbereitet, dass sie weitere 100 Jahre überstehen.“
Dieser Einsatz von Herrn Junghanns ist beispielgebend für private Bauherren und verdient den Baupreis.

Aschersleben, 4. Januar 2019 

(Foto: Stadt Aschersleben)