Sommeratelier 2020: Künstler beziehen zum 22. Juni die Ateliers

Die weltweite Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen aus das Internationale Sommeratelier in Aschersleben: Noch vor dem Lockdown Deutschlands tagte die Jury bestehend aus Frau Dr. Annegret Laabs (Direktorin des Kunstmuseums „Kloster unser lieben Frauen“ Magdeburg), Laura Bierau (Programmkoordinatorin LIA - Leipzig International Art Programme), Silvia Käther (Museologin), Peter Heister (Vorsitzender Wirtschaftsclub Aschersleben) und Jörg Blencke (Leiter der Kreativwerkstatt im Bestehornpark) und wählte vier internationale Künstler für das Atelierprogramm 2020 aus. Je ein Stipendium wurden den deutschen Künstlern, Andreas Bausch aus Köln und Jean Kirsten aus Dresden, sowie an den Australier Simon Sieradzki und den Südkoreaner Gyeore Lee vergeben. Dann kam die Corona-Pandemie nach Deutschland. „Aufgrund der internationalen Reiseeinschränkungen haben wir uns nach Rücksprache mit den beiden internationalen Künstlern verständigt, dass die beiden für das Atelierprogramm 2021 gesetzt sind, aber in diesem Jahr definitiv nicht dabei sein können“, erklärt Jörg Blencke. Als Nachrückerin wurde Lisa Wölfel aus Leipzig bestimmt.

Die Künstler werden vom 22. Juni bis 15. September 2020 für drei Monate in Aschersleben leben und arbeiten. Das von der Stadt Aschersleben im Jahr 2014 initiierte Internationale Sommeratelier umfasst für jeden der Künstler neben einem Atelier auch einen Wohnraum inklusive Möblierung, Strom, Wasser, Heizung und Internetanschluss. Am Ende des dreimonatigen Programmes erfolgt abschließend eine öffentliche Präsentation der Arbeitsergebnisse durch die Künstlerinnen und Künstler - voraussichtlich vom 28. August bis 13. September 2020 in dem an die Ateliers angrenzenden Ausstellungsraum. 

Geplant ist zudem – unter Berücksichtigung der dann gültigen aktuellen Bestimmungen aufgrund der Corona-Pandemie – ein Tag des offenen Ateliers. Die Öffentlichkeit hat dann die Möglichkeit, die Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers zu besuchen und mit ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen. In den vergangenen Jahren nutzten zahlreiche Gäste diese Gelegenheit. Das konkrete Datum wird noch mit den Künstlern abgestimmt und über Presse und Rundfunk rechtzeitig bekannt gegeben.

Die vier Atelierräume, in denen die Künstler nun arbeiten, konnten Ende 2014 im sogenannten Riegelbau des Bestehornparks fertiggestellt werden. Während der Schulzeit nutzen die Schüler der Kreativwerkstatt die Räume, in den Sommerferien sind es die Werkstätten internationaler Künstler.

Unterkunft und Arbeitsmaterialien werden den Künstlern gestellt dank Hilfe zahlreicher Sponsoren:            

  •  Wirtschaftsclub Aschersleben e.V.
  •  Herr Gerd Harry Lybke und Frau Kerstin Wahala
  •  Herr Mike Schubert
  •  ÖSA Versicherungen Sachsen-Anhalt
  •  Stadt Aschersleben


Die Biografien der teilnehmenden Künstler/innen
   

Lisa Wölfel,
der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit liegt auf der Darstellung von Menschen. Dazu nutzt sie die Mittel Malerei und Zeichnung. Sie wurde 1988 in Schweinfurt geboren. 2017 hat sie ihr Studium der freien Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Thomas Hartmann abgeschlossen, 2015 erfolgte die Ernennung zur Meisterschülerin. Seit drei Jahren lebt und arbeitet Lisa Wölfel in Leipzig. Sie ist Preisträgerin im Kunstwettbewerb & Projektförderung im Rahmen der 180 Ideen für Sachsen der Staatlichen Kunstsammlung Dresden & Kulturstiftung des Bundes (2019). Ihre Werke waren Teil von Einzel- und Gruppenausstellung in verschiedenen deutschen Städten, aber auch in Serbien und Österreich.

Jean Kirsten,
wurde 1966 in Dresden geboren und lebt bis heute dort. Seine künstlerische Arbeit bewegt sich seit ihren Anfängen zwischen zwei- und dreidimensionalen Darstellungen. Er widmet sich dem Rhythmus, der Form, der Farbe, der Bewegung und dem Raum. Seit 2009 beschäftigt er sich mit der Raumharmonielehre von Rudolf Laban, dem Begründer des europäischen Ausdruckstanzes und seiner Kinetografie. 1995 beendete der Dresdner sein Studium der Malerei/Grafik bei Günter Horlbeck an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Als Meisterschüler und künstlerischer Assistent wirkte er bei Günther Hornig an der HfBK Dresden bis zum Jahr 2004. Im Jahr 2006  folgte der Aufbau einer professionellen Siebdruckwerkstatt zur eigenen Verwendung. Jean Kirsten partizipierte bereits an zahlreichen internationalen und nationalen Ausstellung in Europa, Amerika und Australien.

Andreas Bausch,
geboren 1966 in Wiesbaden, beendete 1993 als Meisterschüler bei Professor Karl Marx sein Studium
für Kunst und Design in Köln-Kunst in der Klasse von Klasse Prof. Marx (Malerei) und Robert van Ackeren (Film). Andreas Bausch malt Landschaften, die es so nicht gibt – mal sind Fragmente von Architektur zu erahnen, mal nicht. Seine Bilder sind geprägt davon, den Interpretationen frei Lauf zu lassen. Doch eines verbindet sie alle: Der Horizont. Seit 2000 zeigt Andreas Bausch seine Arbeiten in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und verschiedenen europäischen Städten. 2018 erhielt er den Rheinischen Kunstpreis.

Foto: Archivbild Stadt Aschersleben

Aschersleben, 28. Mai 2020